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Bühne für Gefühl und große

Worte: die Ernst-Merck-Halle

Ob Bill Haley oder Konrad Adenauer – die Ernst-Merck-Halle war

Hamburgs größter Saal für Veranstaltungen und Konzerte. Gelegentlich

ging schon mal das Mobiliar zu Bruch.

Es war stets dieselbe, lang eingeübte Choreographie: Im vollbesetzten Saal warteten 6.000 begeis-

terte Fans, das Licht ging aus, der Jubel setzte ein und steigerte sich zum frenetischen Orkan, als

die Scheinwerfer die Bühne erhellten und die erwarteten Helden ins Rampenlicht treten ließen. Aber

was war das Besondere an dieser Halle? Für Konzerte war sie eigentlich wegen der umlaufenden,

offenen Balustrade nicht geeignet – die Akustik war schlecht, die von der Decke hängenden Stoffbah-

nen verschlechterten eher die Sicht, als dass sie die Akustik verbesserten. Strenggenommen war die

Halle eher eine Messehalle als ein Konzertsaal.

Errichtet wurde die zweite Ernst-Merck-Halle auch nicht wie ihre Vorgängerin auf dem Gelände

des einstigen Zoologischen Gartens, sondern neben Planten un Blomen an der Jungiusstraße auf

dem ehemaligen „Aufmarschgelände“ von 1938. Geboren wurde sie aus der politischen Debatte in

Hamburg, ob eine neue Messehalle nach dem ZweitenWeltkrieg überhaupt nötig sei. DerWiederauf-

In der Ernst-Merck-Halle wurde die atomare Wiederbewaffnung der Bundesrepublik in den 1950er Jahren kontrovers diskutiert.

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