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Die wirtschaftspolitischen Pläne Karls IV. und das

Hamburger Messeprivileg

Kaiser Karl IV. beabsichtigte damals, seine Residenzstadt

Prag zum wirtschaftlichen Zentrum des Reiches auszu-

bauen. Sie sollte zum Mittelpunkt eines mächtigen Wirt-

schaftskreuzes werden, an dessen Enden die an den

europäischen Meeren gelegenen Städte liegen sollten.

Hamburg war einer dieser Endpunkte und spielte damit in

den Plänen des Kaisers eine herausragende Rolle. Die bes-

ten Importwaren sollten durch Prager Kaufleute aufgekauft

und über die Elbe auf direktem Weg nach Prag gebracht

und erst dort weitergehandelt werden. Handelsgüter von

der Adria oder aus dem Orient sollten aus Prag kommend

in Hamburg weiter nach Westen, Norden und Osten ver-

teilt werden. Die Importwaren aus Brügge und England,

Fisch aus dem Norden und die Exporte des Peterhofes aus

Nowgorod sollten wiederum in Hamburg gesammelt, nach

Prag verfrachtet und von dort weiter nach Osten und Sü-

den transportiert werden. Kurz: Hamburg stand eine golde-

ne Zeit des europäischen Fernhandels bevor.

Der Handel von und nach Hamburg

Mit dem Messeprivileg verlieh der Kaiser der Stadt, ih-

ren Bewohnern und deren Hab und Gut seinen Schutz.

Durch das kaiserliche Privileg war eine störungsfreie Ab-

wicklung aller Handelsgeschäfte von der Elbmündung bis

nach Hamburg gewährleistet.

Damit stellte Karl IV. Hamburg mit anderen Städten

des Reiches wie Nürnberg, Frankfurt und Köln, die bereits

weitreichende Handelsprivilegien erhalten hatten, gleich.

Diese neue Messe, die zu Pfingsten stattfand, stieß je-

doch auf wenig Akzeptanz. Denn auch ohne die Investi-

tionshilfe aus Prag hatte sich Hamburg aufgrund seiner

geographischen Lage bereits zu einem bedeutenden

Hafen entwickelt. 1383, fünf Jahre nach dem Tod Kaiser

Karls IV. im Jahr 1378, gab Hamburg daher die durch das

Privileg geschützte Messe zunächst wieder auf.

1618

Der Dreißigjährige Krieg

beginnt. Hamburg wird

Finanzplatz und Verhandlungs-

ort der Kriegsparteien und

dadurch vom Krieg verschont.

Erstmals richtet

die

Patriotische

Gesellschaft

Ausstellungen aus.

Besetzung

durch französische

Truppen bis 1814.

1811

1790

Der

Große Brand

vernichtet einen Großteil

der Innenstadt.

MESSE

HAMBURG

1842

EINLEITUNG

14