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Der Grund: Einzig die Privilegien zum Schutz des Handels waren für die Stadt interessant. Die Messe

als Handelsplatz hatte keine Bedeutung, da Hamburg sich imVerbund der Hanse bereits zur wichtigs-

ten Hafenstadt im Reich und zum größten norddeutschen Zwischenhandelsplatz entwickelt hatte.

Etwa 2.000 Schiffe liefen die Stadt um 1378 jährlich an, damals eine fast unvorstellbar hohe Zahl.

Hamburg war zum Umschlagsort für den steigenden Außenhandel der Fürstentümer mit den großen

Nationen wie Frankreich, Großbritannien und Spanien geworden. Diese herausragende Position als

europäische Hafenstadt baute Hamburg bis ins 17. Jahrhundert vor allem als wichtige Verbindung

nach Westindien oder zu den europäischen Kolonien in Nordamerika weiter aus.

Der Merkantilismus und seine Auswirkungen auf Handel und Messewesen

Die Hanse – der Kaufmannsbund des Mittelalters – wurde im 17. Jahrhundert durch die aufstre-

benden Fürstenstaaten abgelöst. Auf der Landkarte entstand ein „Flickenteppich“ aus vielen klei-

nen Reichen im Westen. Wirtschaftlich schotteten die Staaten sich gegeneinander ab. Es wurden

ausschließlich Rohstoffe importiert und Fertigwaren wie Textilien sowie Luxusgüter wie Porzellan,

Tapeten und Spielkarten exportiert. Die eigenen Manufakturen wurden durch hohe Zölle auf die

Einfuhr auswärtiger Fertigwaren geschützt. Diese zahlreichen Länder- und Zollgrenzen erschwerten

den Binnenhandel erheblich.

Der Warenaustausch fand im 17. Jahrhundert daher nur an wenigen Orten im Reich statt. Die

Fernhändler, die sich im Binnenhandel auf Manufakturwaren spezialisiert hatten, trafen sich regel-

mäßig auf den großen Messen wie den Frühjahrs- und Herbstmessen in Leipzig. Neben bereits

etablierten Spezialveranstaltungen wie der Buchmesse in Frankfurt entwickelten sich beispielsweise

Seiden- oder Juwelenmessen. Die Messen dieser Zeit wandelten sich damit in Handelsplätze für

Luxuswaren, wodurch die Zahl der wichtigen Messeplätze klein blieb.

Das Gemälde von Hugo Vogel „Handel und Schiffahrt im Mittelalter“ hängt im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses.

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