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schem Getreide. Die Hamburger Handelshäuser finan-

zierten diese Geschäfte über Wechsel – ein Wertpapier,

das den Ausstellenden verpflichtete, dem Einlösenden

den Wert zu erstatten. Aufgrund der guten Geschäfte

wurden diese Wechsel jedoch nicht mehr nur zum No-

minalwert gehandelt, sondern mit einem immer weiter

steigenden, aber letztlich nicht mehr gedeckten Kurswert

weiterverkauft.

Mit dem Ende des Krimkrieges und einer guten

Weizenernte in Europa endete das Getreidegeschäft

mit den USA abrupt, und der Kurswert der Wechsel fiel

ins Bodenlose. Zehn der zwölf Hamburger Handelshäu-

ser, die in das Geschäft maßgeblich verwickelt waren,

standen plötzlich vor dem Konkurs. Mögliche Geschäfte

konnten wegen der nun nicht mehr akzeptiertenWechsel

nicht mehr abgeschlossen werden, so dass sichWaren in

den Speichern der Kontore stapelten. Entlassungen und

Lohnkürzungen trafen das Personal, so dass die Armut in

der Stadt zunahm.

Messen als ein Ausweg aus der Krise

Von den Folgen dieser Krise konnte sich Hamburg erst in

den 1860er Jahren erholen. Und dazu trug ganz wesent-

lich das neu aufkommende Ausstellungswesen bei, das

entscheidende Impulse setzte. 1863 fanden zeitgleich

die „Hamburger Gewerk-Ausstellung“ und die von Ernst

Freiherr von Merck initiierte und von der Stadt großzügig

unterstützte „Internationale Landwirtschaftliche Ausstel-

lung“ statt. Die beiden Schauen waren so erfolgreich,

dass sie den Startschuss für eine dauerhafte Etablierung

des Ausstellungswesens in der Hansestadt markierten.

Auch reichsweit befand sich das Messewesen in einer

Zeit des Aufbruchs. Zahllose Ausstellungen fanden oft

parallel zueinander statt: Inhaltlich hatten diese Messen

allerdings keine ausgeprägten Konturen und lebten eher

vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung, der durch

die Industrialisierung ausgelöst worden war.

Albert Lubisch

wird

Hamburgs erster Messe-

direktor. 1933 wird er

von den Nationalsozialisten

abgesetzt, kommt 1949

wieder ins Amt und bleibt

bis 1967.

Machtantritt

der

NSDAP.

1933

1943

1923

Zerstörung weiter Teile

der Stadt durch

alliierte

Luftangriffe.

wird mit der

„Hotel-,

Gastwirts- und Kondi-

torenschau“

Lubischs

Tradition fortgesetzt.

1950

MESSE

HAMBURG

EINLEITUNG

18