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Von militärischen Wallanlagen

zu Hallen mit Skywalk

Das Gelände um die Messehallen, mit Planten un Blomen, Fernsehturm und

CCH – Congress Center Hamburg liegt im Herzen von Hamburg. Jahrhunder-

telang befand es sich jedoch weit außerhalb der Stadt, die sich im Mittelalter

auf das Gebiet der heutigen Stadtteile Neustadt und Altstadt beschränkte.

Anfang des 17. Jahrhunderts beauftragte die Stadt Hamburg den niederländischen Festungsbauer

Johan van Valckenburgh mit dem Bau einer neuen Befestigungsanlage. Sie war nötig, weil in den

Kriegen immer öfter Kanonen eingesetzt wurden, deren Geschosse mühelos die mittelalterlichen

Stadtmauern durchschlugen. Zwischen 1616 und 1624 entstand daher in Hamburg eine moderne

Wallanlage aus 22 Bastionen und 17 Vorwerken. Eines der Vorwerke lag weit vor dem nördlichen

Stadttor, dem Dammtor: die sogenannte Sternschanze – eine sternförmig angelegte Anlage, die mit

der Stadt nur durch einen schmalen Laufgraben verbunden war. Jeder Bürger der Stadt Hamburg

war verpflichtet, einmal dieWoche Schanzarbeiten zu verrichten. Täglich außer sonntags waren bis zu

1.000 Mann damit beschäftigt.

Dank der modernen Wallanlage blieb Hamburg verschont, als der Dreißigjährige Krieg (1618–

1648) Europa verheerte. Die Stadt entwickelte sich stattdessen zu einem internationalen Drehkreuz:

Hier fanden diplomatische Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien statt, hier wurden Gelder

zur Finanzierung der Heere akquiriert, und im Gegensatz zu anderen Hansestädten wie Stade oder

Lüneburg konnte Hamburg eine europäische Handelsmetropole bleiben.

Vom Ort der Stadtverteidigung zum Ort der Erholung

Die mächtigen Wälle hielten bis zu den napoleonischen Befreiungskriegen. Nachdem sie während

der französischen Besatzung ab 1811 noch einmal verstärkt worden waren, wurden sie nach der

Befreiung 1814 geschleift, denn das Gelände wurde dringend gebraucht. Der

innereTeil der Stadt war für die stetig gewachsene Bevölkerung längst zu klein

geworden.Während sich südlich der Sternschanze die Vorstadt St. Pauli immer

dichter an das preußische Altona heranschob, wurde das Gelände östlich der

Sternschanze bis an die alten Wälle als neuer Friedhof der großen Kirchspie-

le geweiht. Auch die Kirchen benötigten dringend neuen Raum, da die Toten

im Laufe der Jahrhunderte in den Gruften unter den Kirchenschiffen schon in

mehreren Schichten bestattet werden mussten.

1814

endet die

französische

Besatzungszeit

80

ENTWICKLUNG DER MESSEN

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